FÜHRUNGEN

MUSEUM STARNBERGER SEE
MALERISCH!
VILLEN UND KÜNSTLER*INNEN AM STARNBERGER SEE
Donnerstag, 27.01.2022
11.00 UHR

Historische Villen und Landhäuser prägen bis heute die Landschaft rund um den Starnberger See. Das gesellschaftliche Leben in den Sommerhäusern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ist zugleich ein bedeutendes Stück Kulturgeschichte. Die Ausstellung „malerisch! Künstler und Villen am Starnberger See“ vermittelt einen gleichsam privaten Blick in Salons und Gärten von Adligen, Großbürgern und nicht zuletzt auch von Künstlern.

Die Ausstellung basiert auf dem Buch „Sehnsucht Starnberger See. Villen und ihre berühmten Bewohner im Porträt“ (Allitera 2021) und entstand in Zusammenarbeit mit der Kunsthistorikerin Katja Sebald. Der Fokus der Ausstellung liegt auf 14 Villen, die von Künstlern bewohnt, besucht oder gemalt wurden.

In der ersten Wahrnehmung ein „Kunstsalon“ vereint die Ausstellung Gemälde von größtem kunsthistorischem Wert und Bilder, die vor allem als Zeitdokumente wertvoll sind. Sie zeigen Freundschaften zwischen Künstlern und ihren Auftraggebern auf, sie erzählen von Besuchen, von Sommeraufenthalten und von Festlichkeiten rund um den See – und nicht zuletzt von gesellschaftlichen Konventionen. So ist die Tatsache, dass nur zwei Künstlerinnen in dieser Ausstellung vertreten sind, vor allem dem Umstand geschuldet, dass Frauen bis ins

20. Jahrhundert eine akademische Ausbildung verwehrt war.

Zu sehen sind rund 40 berühmte und weniger berühmte Gemälde, die historische Villen oder ihre Bewohner darstellen, darunter das von Lovis Corinth 1899 in Bernried gemalte „Frühstück in Max Halbes Garten“ aus dem Münchner Lenbachhaus sowie „Das Wohnhaus des Künstlers in Ammerland“ von Gabriel von Max, das gleichsam exemplarisch für das sommerliche Lebensgefühl am See steht. Aber die Ausstellung zeigt auch Bilder, die seit vielen Jahren in privaten Räumen hängen und noch nie öffentlich gezeigt wurden. Hochkarätige Leihgaben, unter anderem von Johann Jakob Dorner, Wilhelm Trübner und Franz von Lenbach, kommen aus Privatbesitz. Das Museum Starnberger See kann zahlreiche Exponate aus den eigenen Beständen beisteuern und eine Neuerwerbung erstmals vorstellen.


Bitte beachten Sie bei Ihrer Teilnahme an der Führung die jeweils geltenden Bestimmungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

MUSEUM FÜNF KONTINENTE MÜNCHEN
SELADON IM AUGENMERK
JADEGLEICHE PORZELLANE UND IHRE MEISTER:INNEN IN LONGQUAN, CHINA
Donnerstag, 17.02.2022
11.00 UHR

China kennt verschiedenartige Porzellane, die mit lokalen Tonarten und Erden seit Jahrhunderten in spezialisiertem Handwerk hergestellt werden. Dazu zählt das in vielfältigen Grün- und Blautönen schimmernde Seladon, in dem sich die tiefgrünen Landschaften und der blaue Himmel der Provinz Zhejiang im Südwesten Chinas spiegeln. Diesem jadeähnlichen Porzellan und den Fertigkeiten seiner Meister:innen widmet sich die Ausstellung „Seladon im Augenmerk“, die als Produktion des Völkerkundemuseums der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit der Kuratorin Anette Mertens (Berlin) nun in München gezeigt wird. Spätestens seit dem 9. Jahrhundert ist Zhejiang bekannt für sein Seladon-Porzellan. Die Stadt Longquan im Südwesten der Provinz entwickelte sich früh zu einem Zentrum dieser anspruchsvollen Handwerkskunst, deren komplexes Wissen innerhalb einzelner Familien von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Die erste Blütezeit erlebte das Longquan-Seladon vom 11. bis in das 14. Jahrhundert: Es fand Eingang in die kaiserlichen Sammlungen und wurde in die ganze Welt exportiert. Bis Ende des 19. Jahrhunderts geriet das Wissen um seine Herstellung dann mehr und mehr in Vergessenheit. Erst in den 1950er-Jahren konnte das Handwerk über die Etablierung von staatlichen Fabriken wiederbelebt werden. Eine erste Generation junger Keramiker und nun auch Keramikerinnen wuchs heran. Mit dem marktwirtschaftlichen Wandel in den 1990er-Jahren gründeten viele von ihnen Privatbetriebe. Gleichzeitig bewältigten sie den Übergang vom Holz- zum Gasofenbrand. Erfolgreich positionierten sich einige von ihnen, nun auch unter dem Siegel UNESCO-Weltkulturerbe und innerhalb des chinesischen Systems des Kulturerbeschutzes, als national anerkannte Meister:innen mit ihren Seladon-Glasuren der Spitzenklasse. Die Ausstellung bietet ethnologische Einblicke in Geschichte, Technologie und Wissen in der Seladon-Metropole Longquan und präsentiert Spitzenstücke von 18 Seladon-Meister:innen. Vorgestellt werden zudem die Konturen eines Referenzrahmens, innerhalb dessen diese Gemeinschaft von Keramiker:innen heute die Wertschätzung ihrer bemerkenswerten Seladone diskutiert.


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